Bayerische Illuminatengesellschaft

Das 18. Jahrhundert war der goldene, manchmal geheime Verein. Zu dieser Zeit erschienen sie einer nach dem anderen: Nach einem wachsenden Interesse an der Freimaurerei wollten viele Denker etwas Eigenes organisieren, das der legendären Gesellschaft in nichts nachsteht. So erlag der deutsche Philosoph Adam Weishaupt, der scharfe Kritiker von Kant, den vorherrschenden Empfindungen und dachte in den siebziger Jahren nach, seine eigene Ordnung zu schaffen, die auf Freimaurer-Lehren basieren würde, aber dennoch eine unabhängige Organisation sein würde. So erschien am 1. Mai 1776 die Gesellschaft Bayerischer Illuminaten in Ingolstadt.

Offiziell wurde der Zweck der Organisation wie folgt formuliert: Mitglieder des Ordens sollten sich durch den Bau des Neuen Jerusalems für die Verbesserung der menschlichen Gemeinschaft einsetzen. Weishaupt plante auch, eine solche religiöse und philosophische Lehre als Deismus zu verbreiten. Seine Anhänger glaubten, dass Gott existierte, aber sie bestritten die absolute Mehrheit der mystischen Phänomene, die höheren Mächten zugeschrieben wurden. Ein weiterer wichtiger Punkt für Weishaupt war die Propaganda der liberalen Ideen der aufklärerischen Philosophen.


Adam Weishaupt

Zu Beginn der Gründung der Gesellschaft bestand sie aus nur fünf Personen. Die Illuminaten wurden wie üblich nicht über die frei gewordenen geheimen Orte in der neu gegründeten Organisation informiert: Sie betrachteten die Menschen genau, analysierten, welcher von ihnen möglicherweise ein guter Kandidat war, und unternahmen nur verdeckte Versuche, potentielle Mitglieder anzuziehen.

Weisgaupt hat die Freimaurerfundamente bald praktisch aufgegeben: Er war dieser Organisation zu bekannt und übrigens recht offen. Es schien ihm, dass nur die Faulen die Geheimnisse der Maurer nicht kennen. Der Philosoph wollte, dass seine Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes geheim ist. Dennoch begann Weisgaupt unter den Maurern nach Anhängern zu suchen: 1777 trat er dem Theodore of Good Intent in München bei, um neue Mitglieder für seinen Auftrag zu gewinnen.

Ein wichtiges Merkmal der Gesellschaft war, dass ihre Mitglieder ihre Namen nicht verwendeten. Nach der Initiation erhielt jeder von ihnen einen der klassischen antiken Namen. Zum Beispiel wurde Weishaupt selbst Spartak genannt. Die anderen ersten Mitglieder des Ordens wurden Cato, Diomedes, Ajax, Marie, Sulla und Mahomet genannt. Aber Innovationen berührten nicht nur Eigennamen: Auch die Illuminaten gaben beispielsweise die modernen Namen der Kalendermonate auf und ersetzten sie durch uralte Pendants.


Adolf Knigge

Weisgauptas Mitarbeiter war Baron Adolf Knigge, ein berühmter deutscher Schriftsteller. Er war es, der dem Philosophen in Sachen Propaganda half, und es gelang ihm, viele Anhänger der Freimaurerei auf die Illuminaten zu lenken und sich ihnen anzuschließen. Es waren jedoch die Beziehungen zwischen Weishaupt und Knigge, die den Befehl zu einer internen Spaltung führten: Zwei Titanen, die innerhalb ihrer Organisation um die Macht kämpften, wurden immer unterschiedlicher. Am 1. Juli 1784 verließen Knigge und seine Bewunderer den Orden und schrieben dann mehrere Flugblätter, in denen sie Weishaupt herzlich auslachten.

Danach dauerte die Bestellung nicht lange. In den 1780er Jahren beschloss der bayerische Kurfürst Karl Theodor, alle geheimen Organisationen zu verbieten. Die Illuminaten wurden auch von Papst Pius VI. Verurteilt. Bis 1787 war es möglich, ihre Verbindungen zu dieser Gesellschaft zu bezahlen. Der Orden hörte auf zu existieren, und Weishaupt musste seine Heimat Bayern für immer verlassen.

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